INNSBRUCK,AUSTRIA,02.JAN.21 - NORDIC SKIING, SKI JUMPING - FIS World Cup, Four Hills Tournament, large hill, qualification. Image shows Stefan Kraft (AUT) and Michael Hayboeck (AUT). Photo: GEPA pictures/ Patrick Steiner

Eine einzigartige, 69. Vierschanzentournee ist in den Büchern…

Es war ohne Zweifel eine einzigartige und ganz spezielle Vierschanzentournee bei dessen 69. Auflage. Zum einen stellte der Corona Virus dieses Skisprungspektakel vor eine harte Probe und zum anderen machten individuelle Vorzeichen für Michi Hayböck und Stefan Kraft die Tournee zu einer besonders schwierigen Aufgabe – die natürlich und leider Gottes auch ohne die treuen Fans ausgetragen werden musste.

Oberstdorf
Für Krafti war die Qualifikation in Oberstdorf nach dem Auslassen der Tourneegeneralprobe in Engelberg eine Art „Welcome back“ Springen. Auf der Schattenbergschanze im Allgäu ging es für Stefan Kraft um das Wiederfinden eines gewissen Wettkampfrhythmus und dem Aufbauen und Halten einer gewissen Spannung im Wettkampf.
Für Michael Hayböck war nach vielen konstanten Sprüngen die Vorfreude auf das Tourneespektakel groß und auch beim „Hai“ stand das Gewinnen an Konstanz im Mittelpunkt des Vorhabens.

In der Qualifikation gelangen „Michl und Kraftl“ bereits konstante Sprünge und am Ende durften die beiden mit den Plätzen 11 und 16 durchaus zufrieden sein. Tags darauf, beim ersten Hauptbewerb dieser Tournee, gab es im Doppelzimmer Hayböck / Kraft ein weinendes und ein lachendes Auge. Stefan konnte mit richtig coolen Sprüngen und Platz 6 am Ende jubeln, für Buddy und Zimmerkollege Michi war nach Platz 48 abhacken angesagt.

Garmisch
… ist immer so eine Sache bei der Tournee 😉 Nein, Spaß bei Seite. Michi und Stefan hatten in den letzten Jahren immer wieder ihre liebe Not mit der Olympiaschanze. Nichts destotrotz waren die beiden motiviert bis in die Haarspitzen. Mit vielversprechenden Platzierungen in der Qualifikation (4 und 12) beschlossen Krafti und Michi das alte Jahr und blickten gespannt auf das Neujahrsspringen in Garmisch. Eine gewisse Ernüchterung ließ dort dann leider nicht lange auf sich warten. Mit den Plätzen 28 und 34 war Garmisch leider einmal mehr ein „schwieriger Boden“ und keine Reise wert. So lautete die Devise „schnell alle Koffer packen und auf nach Österreich, zum legendären…

Bergisel.
In Innsbruck angekommen, war die Freude bei rot-weiß-rot eine große. Immerhin sind die österreichischen Stationen für jeden österreichischen Athleten immer wieder etwas sehr Besonderes. Wenn auch der Sprung in die menschenleere Tribüne am Bergisel (bitte) nicht zur Gewohnheit werden sollte. Michi und Stefan absolvierten mit den Plätzen 15 und 6 eine souveräne Qualifikation – eine Qualifikation, die Lust auf mehr machte. Tags darauf zeigten Michl und Kraftl eine coole Flugshow am Bergisel und belohnten sich am Ende mit den Top Platzierungen 8 und 9. Mit zwei Top Ten Ergebnissen und viel gutem Gefühl im Gepäck reiste man aus Innsbruck ab zum Grande Finale der Tournee, dem „Finale dahoam“, in Bischofshofen.

Bischofshofen
Die Paul – Außerleitner – Schanze  – eine der Lieblingsschanzen von Michi und Krafti  – war einmal mehr Austragungsort des Finales der Tournee. Ein Finale, das gleich nach und bereits bei der Qualifikation eine Flugshow der Extraklasse versprach. Traumhafte Bedingungen und traumhafte Platzierungen für Michi und Stefan in der Quali -> mit den Plätzen 4 und 7 gings ins Quartier und die Vorfreude auf den letzten Hauptbewerb und das Tourneefinale war mehr als groß.
Die Vorfreude sollte sich am nächsten Tag in Emotion und Freude über das Geschaffte ummünzen und Michi und Stefan waren an diesem Tag, bei diesem Flugspektakel, mittendrin statt nur dabei. Beide zeigten grandiose Sprünge und am Ende flog Stefan mit Platz 4 hauchdünn am Podest vorbei und Michi krönte mit Platz 6 coole und konstante Leistungen in Innsbruck und Bischofshofen.

Am Ende dieser 69. Vierschanzentournee stehen Auf und Abs für Michi und Stefan, coole Sprünge, schwierige Herausforderungen und mit einem Kamil Stoch ein mehr als verdienter Sieger. Der Pole hat dieser 69. Tournee mit viel viel Routine und Klasse seinen ganz persönlichen Stempel aufgedrückt und „König Kamil“ darf mittlerweile drei goldene Adler sein Eigen nennen.

Mit diesem sprichwörtlichen „Aufwind“ geht es jetzt für Michi und Stefan weiter in der Saison und weiter auf den Skisprungschanzen dieser Welt. Einer ganz besonderen, einmaligen und einzigartigen Tournee fehlte es in diesem Jahr nicht an Mythos und schon gar nicht an Spektakel und Top Leistungen. Was fehlte, waren einzig die tausenden tobenden Fans, die jedes Stadion auf ihre Art und Weise in einen Hexenkessel verwandeln und nicht zuletzt bei den Athleten für besondere Gänsehautmomente sorgen.

Die Vorfreude ist demnach riesig, auf eine kommende Tournee mit ihren Fans, Farben, Glanzleistungen und Ikonen des Skisprungsports.